Impfstoff gegen Clostridium difficile
Im Dezember 2010 startete die klinische Phase I-Studie für den neuen Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung von Infektionen durch Clostridium difficile (C. difficile). Nach erfolgreichen präklinischen Studien entwickelte Intercell seinen Impfstoffkandidaten gegen Infektionen mit C. difficile weiter. C. difficile gilt in Europa und den USA als Hauptursache für hospitale Durchfallerkrankungen und stellt besonders für ältere Personen ein große Gefahr dar.
Der Impfstoffkandidat von Intercell ist ein auf rekombinanten Proteinen basierter Impfstoff, der aus zwei gekürzten Toxinen A und B von C. difficile besteht. Diese Toxine sind bekannterweise krankheitsverursachend; eine Antitoxin-Immunität kann schützend sein. Der Impfstoffkandidat wird sowohl mit als auch ohne das Adjuvans Aluminiumhydroxid getestet.
Clostridium difficile
C. difficile ist ein anaerobes, Sporen bildendes Bakterium, das Durchfall und andere schwerwiegende Darmerkrankungen, wie zum Beispiel Kolitis, verursachen kann. C. difficile wird mit dem Stuhl ausgeschieden und jede Oberfläche, jedes Gerät oder jedes Material, das mit den Ausscheidungen kontaminiert wird, kann als Reservoir für die Sporen von C. difficile dienen. Wenn die natürliche mikrobielle Flora des Darms gestört wird (zum Beispiel durch eine Antibiotika-Therapie) und ein Patient mit C. difficile-Sporen in Kontakt kommt, kann dies eine Vielzahl von gastrointestinalen Symptomen hervorrufen. Dazu gehören unter anderem Durchfall, Krämpfe, Dehydrierung, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. In weiter fortgeschrittenen Stadien kann es auch zu blutigem Durchfall und schweren Darmentzündungen kommen. Die Sporen von C. difficile werden vor allem über die Hände des Pflegepersonals nach deren Kontakt mit kontaminierten Oberflächen oder Geräten auf den Patienten übertragen.
C. difficile verursacht bei gesunden Menschen selten Infektionen, stellt jedoch für Patienten, die unter längerer Antibiotika-Therapie stehen, die gastrointestinale Eingriffe vornehmen lassen, oder für immunsupprimierte Personen eine große Gefahr dar. Selbstverständlich sind alle Menschen, die im Gesundheitsbereich tätig sind, permanent von einem Ansteckungsrisiko betroffen.
Eine der Hauptursachen für Krankenhausinfektionen
C. difficile gilt in Europa und den USA als Hauptursache für hospitale Durchfallerkrankungen. Man geht davon aus, dass sich allein in den USA jährlich zwischen 500.000 und 3 Millionen Menschen mit dem Bakterium infizieren.Die daraus resultierenden jährlichen Mehrkosten betragen mehr als USD 3 Mrd. (Quelle: CDC, ECDC)
Intercells wachsendes Engagement im Bereich nosokomialer Infektionen umfasst auch einen Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas aeruginosa.
Vorbeugung und Behandlung
Derzeit gibt es keinen Impfstoff gegen C. difficile. Die bislang bei diesen Erkrankungen angewendete Antibiotika-Therapie zeigt nur beschränkte Wirkung. Die Häufigkeit nosokomialer Infektionen steigt stetig an, was sowohl durch die steigende Zahl medizinischer Eingriffe als auch durch vermehrte Antibiotika-Resistenzen bedingt ist. Intercell hat sich als Ziel gesetzt, einen Impfstoff zur Vorbeugung von wiederkehrenden durch C. difficile bedingten Durchfallerkrankungen zu entwickeln Des Weiteren könnte der zu entwickelnde Impfstoff zur Prävention von Ersterkrankung in hospitalisierten Patienten angewandt werden sowie auf Basis einer alters- und risikoabhängigen Impfstrategie letztendlich auch der Prophylaxe in der breiten Öffentlichkeit dienen.
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