Impfstoff gegen Tuberkulose
Der Impfstoffkandidat gegen Tuberkulose ist ein rekombinanter Subunit-Impfstoff, der auf Adjuvans IC31® von Intercell und Antigenen des Statens Serum Institut (SSI) basiert.
Eine erste klinische Phase I-Studie an gesunden, noch nicht mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) behandelten Probanden ergab im März 2007 viel versprechende Sicherheits- und Immunogenitätsdaten. Unter Verwendung von IC31® konnte eine starke T-Zell-Antwort im menschlichen Immunsystem beobachtet werden, was die präklinischen Daten weiter bestätigte. Die Studie wurde in den Niederlanden durchgeführt und von der EU im Rahmen des "TB-VAC"-Programms unterstützt.
Auf Basis erster viel versprechenden Daten wurde im Dezember 2007 eine weitere klinische Phase I-Studie gestartet. Diese wurde an latent mit Tuberkulose infizierten und mit BCG geimpften Patienten durchgeführt. Die laufende Studie soll verschiedene Tuberkulose-Antigene in Kombination mit IC31® evaluieren. Diese Studie wird am Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, durchgeführt und von der Aeras Global Tuberculosis Vaccine Foundation sowie der Europäischen Union finanziell unterstützt.
Im Februar 2008 gingen sanofi-aventis und SSI eine Partnerschaft für die weitere Entwicklung des Impfstoffkandidaten ein, mit dem Ziel so bald wie möglich einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose verfügbar zu machen.
Über Tuberkulose
Laut WHO ist etwa ein Drittel der Weltbevölkerung infiziert, wobei der Großteil asymptomatisch bleibt. Dennoch entwickeln jährlich mehr als 9 Millionen Menschen aktive Tuberkulose, etwa 1,7 Millionen davon sterben. Tuberkulose ist die häufigste Todesursache bei HIV-Infizierten.
Die Krankheit wird von zwei unterschiedlichen Bakterien ausgelöst; dem Mycobacterium tuberculosis und dem Mycobacterium bovis. Sie werden von infizierten Personen mit aktiver Tuberkulose durch Tröpfcheninfektion auf andere Menschen übertragen. Meist greifen sie den Körper in Form einer Lungentuberkulose an, können jedoch auch das Zentralnerven-, Lymph-, Kreislauf- oder Urogenitalsystem sowie die Knochen, Gelenke und sogar die Haut befallen.
Tuberkulose tritt am häufigsten in Entwicklungs- und Schwellenländern auf, besonders in Afrika und Asien. Doch auch in Industrienationen steigt die Bedrohung durch Tuberkulose, nicht zuletzt aufgrund der ansteigenden Zahl von HIV-Infektionen und der Vernachlässigung von Tuberkulose-Kontrollprogrammen. Auch wenn die Zahl der pro-Kopf-Infektionen weltweit seit 2003 zurückgeht hat sich durch das Bevölkerungswachstum die Gesamtzahl der Infizierten laut WHO erhöht.
Vorbeugung und Behandlung
Der einzige heute verfügbare Impfstoff gegen Tuberkulose, Bacille Calmette-Guérin (BCG), ist ein Lebendimpfstoff, der aus dem Stamm des Mycobacterium bovis gewonnen wird und seit mehr als 50 Jahren verwendet wird.
Neugeborenen bietet er für 10 bis 15 Jahre guten Schutz gegen Tuberkulose. Danach kann jedoch eine neuerliche BCG Impfung keine ausreichende Schutzwirkung gewährleisten. Der Schutz Jugendlicher und Erwachsener vor Lungentuberkulose variiert von 0 bis 80 %. Des Weiteren gibt es immer mehr Stämme des Mycobacterium tuberculosis, die gegen viele Medikamente resistent sind, was den Bedarf an einem verbesserten Impfstoff deutlich macht.
Aktuelles
Partner
- Statens Serum Institut (SSI)
- sanofi-aventis

