Impfstoff gegen Pseudomonas
Intercells vorbeugender Impfstoff gegen Pseudomonas war in Phase II-Studien an Patienten mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades sicher und hat erste Wirksamkeit gezeigt. Der Impfstoffkandidat wird momentan in einer weiteren, umfassenden klinischen Phase II getestet. Die Interimsanalyse von 225 der insgesamt 400 in dieser Studie geimpften Patienten hat gute Sicherheits- und Verträglichkeitswerte des Impfstoffs gezeigt. Außerdem konnten eine robuste Immunogenität bei Antikörperinduktion durch Standard- und Aviditäts-IgG ELISA sowie funktionale Opsonisierungs-Tests gezeigt werden.
Der Impfstoffkandidat gegen Infektionen durch Pseudomonas wird intern entwickelt und basiert auf Antigenen, die von zwei Proteinen der Außenhaut von Pseudomonas aeruginosa stammen.
In sechs bereits abgeschlossenen klinischen Phase I- und II-Studien hat der Impfstoffkandidat ein hervorragendes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil gezeigt. Der Impfstoff erwies sich in allen getesteten Dosierungsstufen als hoch immunogen. Selbst bei Patienten mit Verbrennungen zweiten und dritten Grades, deren Immunsystem geschwächt ist, konnte eine starke humorale Antwort erzielt werden.
Ziel der derzeitigen Studie ist die Untersuchung der Immunogenität und Sicherheit bei Patienten auf der Intensivstation. An den laufenden klinischen Studien der Phase II nehmen etwa 400 Patienten auf mehr als 50 Intensivstationen in 11 Ländern Europas und Lateinamerikas teil.
Eine der Hauptursachen für Krankenhausinfektionen
Pseudomonas aeruginosa (Pseudomonas) ist der zweithäufigste Verursacher nosokomialer Infektionen, insbesondere auf Intensivstationen. Betroffen sind vor allem Patienten, die künstlich beatmet werden. Oft kommt es zu Infektionen des Herzens, des Zentralen Nervensystems, der Atemwege sowie der Haut und Weichgewebe. Bei gesunden Menschen verursacht der sich aktiv bewegende und robuste gram-negative Bazillus selten Infektionen. Für Patienten mit geschwächter Immunabwehr stellt er jedoch eine signifikante Bedrohung dar. Dies gilt besonders für Patienten, die an schweren Verbrennungen, Krebs oder HIV leiden. Invasive Infektionen können auch auftreten, wenn die intakte Haut oder Schleimhautmembran beim Anlegen medizinischer Geräte wie Blasen- oder Venenkatheter beschädigt wird.
Krankenhausinfektionen sind weltweit einer der Hauptgründe für schwere Erkrankungen und Todesfälle. In Industrieländern resultiert daraus eine jährliche finanzielle Belastung von mehr als USD 20 Mrd. Allein in den USA und Europa infizieren sich jährlich etwa 4 Millionen Menschen; 20.000 davon sterben. Die Zahl der nosokomialen Infektionen, die durch medizinische Eingriffe hervorgerufen werden, steigt stetig; nicht zuletzt, weil die Bakterien, die in Krankenhäusern auftreten, gegen die meisten Antibiotika resistent sind.
Vorbeugung und Behandlung
Pseudomonas aeruginosa ist intrinsisch resistent gegen eine Vielzahl von Antibiotika in Konzentrationen, die in vivo erreichbar sind. Bei der Behandlung von Atemwegsinfektionen müssen die Antibiotika das bronchiale Epithel und die Bronchialsekrete penetrieren. Bei Patienten mit zystischer Fibrose und Bronchiektasie kann die Penetration aufgrund der Verdickung und Vernarbung der Bronchialwand erschwert sein.
Trotz des Einsatzes neuerer Breitbandantibiotika mit Wirkstoffen gegen Pseudomonas, darunter Cephalosporine, Fluoroquinolone und Carbapeneme, bleibt die Pseudomonas aeruginosa-Infektion auch weiterhin eine der Hauptursachen für Morbidität und Mortalität in Krankenhäusern. Derzeit werden verschiedene neue Ansätze in Studien untersucht, die sich unter anderem mit antibiotischer Inhalationstherapie, Wachstumsfaktoren und Impfstoffen beschäftigen. Ebenfalls erforscht werden passive immuntherapeutische Ansätze unter Verwendung menschlicher monoklonaler Antikörper.
Derzeit gibt es keinen zugelassenen Impfstoff, der Infektionen mit Pseudomonas aeruginosa vorbeugen kann.
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