Impfpflaster gegen Reisedurchfall

Intercells Impfstoff gegen Reisedurchfall wird durch das innovative nadelfreie Impfpflaster einfach verabreicht. Der Impfstoffkandidat wird in einer klinischen Phase III-Studie getestet. Diese pivotale Phase III-Studie wird in der Europäischen Union durchgeführt. Teilnehmen sollen 2.000 Probanden, die von Europa nach Mexiko und Guatemala reisen - die Rekrutierung für die Phase III-Studie ist bereits abgeschlossen. Sobald die Zulassung erteilt wird, ist das Impfpflaster nicht nur der erste Impfstoff gegen Reisedurchfall, sondern auch der erste Impfstoff überhaupt, der mittels Pflaster verabreicht wird.

Der in der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung befindliche Impfstoff gegen Reisedurchfall basiert auf der Technologie des nadelfreien Impfpflasters. Er soll Schutz vor den häufigsten Verursachern von Durchfallerkrankungen bieten. Zielgruppen für den Impfstoff sind zunächst Reisende und Militärpersonal. In weiterer Folge soll das Vakzin Kindern in Schwellen- und Entwicklungsländern zur Verfügung stehen. In diesen Regionen stellt Durchfall aufgrund des enterotoxischen E. coli (ETEC) – jenes Bakteriums, das der häufigste Auslöser von Reisedurchfall ist – ein großes gesundheitliches Problem dar.

Eine Phase II-Feldstudie an 170 Reisenden hat bewiesen, dass das Impfpflaster das Risiko von Reisedurchfall um 75 % verringert. Die positiven Ergebnisse der Studie wurden im Juni 2008 im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlicht. Klinische Studien haben außerdem eine starke Immunantwort auf das ETEC-Bakterium gezeigt. 

Über die Krankheit

Reisedurchfall wird durch bakteriell verunreinigte Nahrung oder Wasser verursacht. In den meisten Fällen zeigt sich Reisedurchfall bereits in der ersten Reisewoche, er kann jedoch auch zu jedem anderen Zeitpunkt, d.h. auch wenn der Reisende bereits wieder zuhause ist, auftreten. Eine Infektion äußert sich als wässriger Stuhl, der innerhalb von 24 Stunden drei Mal oder öfter auftritt, manchmal in Kombination mit Fieber, Übelkeit, Blähungen und Unterleibsschmerzen. Die Anzeichen können auch über die akuten Symptome der Erkrankung hinausgehen – zwischen 10 und 30 % der Menschen, die sich mit Reisedurchfall anstecken, können einen chronischen Reizdarm bekommen.

Jährlich erkranken von 55 Millionen internationalen Reisenden etwa 20 Millionen an Reisedurchfall. Zu den endemischen Gebieten zählen die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Durch ETEC verursachter Durchfall betrifft jährlich außerdem etwa 210 Millionen Kinder, mehr als 350.000 davon sterben. Junge Erwachsene und Personen mit geschwächtem Immunsystem tragen ein besonders hohes Infektionsrisiko.

Vorbeugung und Behandlung

Die effizienteste Behandlung von Durchfall ist die orale Rehydrationstherapie, bei der dem Körper Flüssigkeiten und Salze zugeführt werden. Patienten, die schwer an Reisedurchfall erkrankt sind, kann auch eine Therapie mit Antibiotika helfen. Der Nutzen einer Antibiotika-Therapie hängt jedoch vom Erreger und dessen Empfindlichkeit gegenüber dem verabreichten Antibiotikum ab. Gesundheitsbeauftragte warnen davor, Antibiotika übermäßig oft zu verabreichen.

Bislang gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen Reisedurchfall.

Nach oben

Aktuelles

Nach oben

Partner

  • GSK

Nach oben