Aktuelles

11. Mai 2010

Intercell AG veröffentlicht die Ergebnisse des 1. Quartals 2010 und informiert über F&E-Fortschritt

Wien (Österreich), 11. Mai 2010 – Das Biotechnologie-Unternehmen Intercell AG (VSE: ICLL) veröffentlichte heute die Finanzergebnisse des 1. Quartals 2010 und berichtete über Fortschritte bei den Entwicklungsprogrammen des Unternehmens.

Intercell erwirbt Antikörper-Technologie, welche die bestehenden Technologieplattformen ergänzt und neue, sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten zur Anwendung des Antigen-Identifikations-Programms (AIP®) ermöglicht

Am 6. Mai gab Intercell die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit Cytos Biotechnology Ltd. über den Kauf der Technologieplattform von Cytos zur Identifizierung von Antikörpern bekannt. Die Technologie, die auf humanen B-Zellen basiert, ermöglicht die Identifizierung anti-infektiver Antikörper zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten. Die Antikörper-Technologie ergänzt die bestehenden Technologieplattformen von Intercell und eröffnet neue, medizinisch und wirtschaftlich interessante Anwendungsmöglichkeiten für das Antigen-Identifikations-Programm (AIP®) von Intercell. Zukünftig will Intercell die Aktivitäten im Bereich der Antikörper-Identifizierung auf medizinisch und wirtschaftlich attraktive Indikationen, wie die Behandlung von Krankenhausinfektionen und die Vorbeugung von Infektionen mit Gruppe-B-Streptokokken bei Neugeborenen, fokussieren.

Der Vertrag sieht eine Einmalzahlung in der Höhe von EUR 15 Mio. von Intercell an Cytos vor.

Intercell und Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH bilden strategische Partnerschaft zur Entwicklung von Tierimpfstoffen

Am 10. Mai gaben Intercell und Boehringer Ingelheim Vetmedica den Abschluss einer weltweiten Options- und exklusiven Lizenzvereinbarung bekannt. Im Zuge der Vereinbarung erhält Boehringer Ingelheim Vetmedica die Nutzungsrechte für bestimmte Antigene, die durch das Antigen-Identifikations-Programm (AIP®) von Intercell identifiziert wurden. Diese Antigene sollen der Entwicklung von Tierimpfstoffen dienen. Die Vereinbarung sieht vor, dass Intercell Vorauszahlungen, Options- und Meilensteinzahlungen sowie Lizenzgebühren auf Basis der Nettoumsätze erhält.

IXIARO®/JESPECT® – Ein deutlicher Anstieg der Produktverkäufe des Reiseimpfstoffs gegen Japanische Enzephalitis von Intercell wird für das 2. Quartal 2010 erwartet – Weiterhin Fokus auf Absatzsteigerungen in Reise- und Militärmärkten

Höchste Bedeutung kommt bei Intercell nach wie vor der Vermarktung des Impfstoffs IXIARO®/JESPECT® gegen Japanische Enzephalitis zu. Im Fokus liegt die Steigerung der Verkäufe in Reise- und Militärmärkten. Nach einer Erweiterung der Impfempfehlung in den USA (2009) hat nun auch das britische “Joint Committee on Vaccination and Immunization (JCVI)” eine erweiterte Impfempfehlung für Japanische Enzephalitis ausgesprochen und verweist dabei auf den prophylaktischen Impfstoff von Intercell. Zusätzliche Impfempfehlungen in weiteren europäischen Schlüsselländern werden erwartet. Diese Empfehlungen sind wesentlich, um die Bekanntheit des Produkts zu steigern und den Marktanteil des Intercell-Impfstoffs zu erhöhen.

In Anbetracht der nahenden Hauptreisezeit erwartet Intercell für das 2. Quartal 2010 einen deutlichen Anstieg der Produktverkäufe. Wie bereits mitgeteilt, werden sich neue Produktlieferungen an Vermarktungs- und Vertriebspartner aufgrund des Zeitplans zur Chargenfreigabe für den europäischen Markt vom 1. ins 2. Quartal 2010 verschieben.

Die Entwicklung des Impfstoffs für den endemischen Markt in Asien verläuft nach Plan. Aufgrund der von den indischen Behörden geänderten Zulassungsbedingungen wird der Start einer Phase III-Studie für den Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis für Ende 2010 erwartet. Dieser Impfstoff wird in Indien von Biological E., dem Partner von Intercell, produziert.

Gute Fortschritte innerhalb der starken Entwicklungs-Pipeline – Klinische Programme verlaufen planmäßig

Im Februar 2010 gab Intercell die Ergebnisse einer klinischen Phase I-Studie des Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung von Infektionen durch Streptococcus pneumoniae bekannt. Im Zuge dieser ersten klinischen Studie wurde der Impfstoffkandidat von Intercell 32 gesunden Erwachsenen verabreicht. Dabei wurden zwei Antigen-Dosierungen verwendet und entweder mit oder ohne den Zusatz von Aluminiumhydroxid injiziert, was zu vier unterschiedlichen Studiengruppen innerhalb dieser Untersuchung führte.

Eine erste Analyse der Daten ergab ein gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil des Impfstoffkandidaten, wie auch durch das “Data Safety Monitoring Board” bestätigt wurde. Das Vakzin war immunogen und eine Antikörper-Induktion wurde bei allen drei Protein-Antigenen in Abhängigkeit zur verabreichten Antigendosis beobachtet.

Der prophylaktische Impfstoffkandidat von Intercell ist ein rekombinanter Subunit-Impfstoff, der aus drei hoch konservierten Proteinen von Streptococcus pneumoniae besteht.

Für das 2. Quartal 2010 werden weitere entscheidende Daten aus der klinischen Phase II-Studie des in Entwicklung befindlichen Impfpflastersystems gegen pandemische Grippe (Einmal-Anwendung) erwartet.

Im 3. Quartal sollten dem Unternehmen neue Forschungsergebnisse zum Impfstoffkandidaten gegen Pseudomonas zur Verfügung stehen. Die Rekrutierung von 400 Probanden für die Phase II-Studie des Impfstoffkandidaten bei Intensivpatienten ist abgeschlossen. Erste Interimsdaten über Sicherheit und Immunogenität wurden im Dezember 2009 veröffentlicht.

Die pivotale Phase III-Studie für das Impfpflaster gegen Reisedurchfall verläuft nach Plan. Die randomisierte, plazebo-kontrollierte Feldstudie umfasst 1.800 Personen, die von Europa nach Mexiko und Guatemala reisen. Untersucht wird das Potenzial des Impfpflasters, Reisende gegen mittlere bis schwere Durchfallerkrankungen, verursacht durch ETEC (enterotoxische E. coli), wirksam zu schützen. Erste Daten werden für Ende 2010 beziehungsweise für Anfang 2011 erwartet.

Im Jänner 2010 gab Intercell den Beginn einer Phase II-Studie in Indien bekannt. Die Studie ist Teil des klinischen Entwicklungsprogramms für das Intercell-Impfpflaster gegen Reisedurchfall. Die plazebo-kontrollierte Studie an erwachsenen Teilnehmern, die von Europa nach Indien reisen, soll die Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten gegen Reisedurchfall prüfen. Das primäre Ziel der klinischen Studie ist der Schutz vor mittleren bis schwerwiegenden Durchfallerkrankungen, bei denen LT-, LT/ST- oder ST-Toxine (ETEC) auftreten. Die Rekrutierung von 800 Probanden aus Großbritannien und Deutschland ist abgeschlossen, erste Daten werden für das 4. Quartal 2010 erwartet.

Das Impfpflaster wird in der Niederlassung von Intercell in Gaithersburg (USA) hergestellt. Die entsprechende Anlage wurde bereits für eine Produktion auf kommerzieller Basis ausgebaut. Alle Maßnahmen zur Qualifizierung und Validierung der Anlage verlaufen nach Plan.

Staphylococcus aureus-Impfstoff (V710): Die Aufnahme von Kardiothorax-Patienten für die Phase II/III-Studie mit dem Impfstoffkandidaten zur Vorbeugung von S. aureus-Infektionen verläuft gut. Eine erste entscheidende Interimsanalyse (über die Machbarkeitsanalyse hinausgehend) wird im Laufe des Jahres erwartet. Merck & Co., Inc., der Partner von Intercell, ist für die klinische Entwicklung, Produktion und Vermarktung verantwortlich.

Impfstoff gegen Tuberkulose: Die klinischen Phase I-Studien verlaufen planmäßig. Diese Programme basieren auf einer Partnerschaft zwischen Intercell, dem Statens Serum Institut, sanofi-aventis und der AERAS Global Tuberculosis Foundation. Weitere klinische Daten werden noch in diesem Jahr erwartet.

Impfstoffkandidat gegen Hepatitis C (therapeutisch): Intercell plant im Jahr 2010 die Bildung einer Partnerschaft zur Durchführung von Kombinations-Studien.

Sonstiges

Merck Sharp & Dohme Research Ltd., eine Tochtergesellschaft von Merck & Co., Inc., hat Intercell darüber informiert, dass das Unternehmen die Vereinbarung zur Entwicklung eines prophylaktischen Impfstoffs gegen Infektionen durch Streptokokken der Gruppe A (präklinisch) beenden wird. Mit Beendigung der Vereinbarung erhält Intercell alle Rechte zurück, die Merck zur Entwicklung von Impfstoffen gegen schwere Infektionen durch Streptokokken der Gruppe A erteilt wurden. Trotz der produktiven Zusammenarbeit hat Merck infolge der Fusion mit der Schering-Plough Corporation strategische Entscheidungen in Bezug auf laufende Forschungsprojekte getroffen. Weitere Projekte der Zusammenarbeit zwischen Intercell und Merck sind von diesem Entschluss nicht betroffen. Intercell wird das präklinische Programm entweder selbst oder auch mit einem neuen Partner weiterentwickeln.

Alexander von Gabain, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats von Intercell und strategischer Berater des Unternehmens, wurde als internationales Mitglied in die königlich-schwedische Akademie der technischen Wissenschaften (IVA) gewählt.

Gerd Zettlmeissl, Vorstandsvorsitzender von Intercell, wurde im Zuge des World Vaccine Congress 2010 in Washington, der vom 19. bis 22. April stattfand, mit dem "Vaccine Industry Excellence Award" in der Kategorie Biotech-CEO des Jahres ausgezeichnet.

Q1 2010 Finanzübersicht

Umsatzerlöse

Intercells kumulierte Umsätze betrugen in den ersten drei Monaten 2009 und den ersten drei Monaten 2010 jeweils EUR 0,4 Mio. Aufgrund der zeitlichen Planung der Produktionschargen-Freigabe verschoben sich unsere Produktlieferungen an unsere Marketing- und Vertriebspartner anlässlich der Hauptreisesaison vom 1. Quartal auf das 2. Quartal 2010. Für das 2. Quartal 2010 werden steigende Produktumsätze erwartet.

Intercells kumulierte Umsätze sanken um 12,3 % von EUR 5,4 Mio. in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 auf EUR 4,8 Mio. in den ersten drei Monaten des Jahres 2010. Dieser Rückgang ist auf die geringeren Umsätze aus Kooperationen und Lizenzvereinbarungen, die im 1. Quartal 2009 EUR 4,2 Mio. und im 1. Quartal 2010 EUR 3,0 Mio. betrugen, zurückzuführen. Er konnte nur zum Teil durch höhere Umsätze aus Förderungen, die sich im 1. Quartal 2009 auf EUR 0,8 Mio. und im 1. Quartal 2010 auf EUR 1,3 Mio. beliefen, kompensiert werden.

Ergebnis der Geschäftstätigkeit

Intercells Periodenfehlbetrag stieg von EUR 8,2 Mio. im 1. Quartal 2009 auf EUR 14,7 Mio. im 1. Quartal 2010. Dieser Anstieg war in erster Linie auf eine Erhöhung der Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie auf ein geringeres Ertragsteuerergebnis zurückzuführen.

Die Herstellungskosten sanken aufgrund niedrigerer Abschreibungen auf Vorräte um 43,6 % von EUR 1,6 Mio. im 1. Quartal 2009 auf EUR 0,9 Mio. im 1. Quartal 2010.

Der Forschungs- und Entwicklungsaufwand stieg um 19,1 % von EUR 15,1 Mio. im 1. Quartal 2009 auf EUR 17,9 Mio. im 1. Quartal 2010. Diese Steigerung ist in erster Linie durch gestiegene Aufwendungen für die klinische Phase III-Studie unseres Impfpflasters gegen Reisedurchfall zu erklären. Der Verwaltungs- und Vertriebsaufwand von Intercell stieg von EUR 3,7 Mio. im 1. Quartal 2009 auf EUR 4,3 Mio. im 1. Quartal 2010. Das saldierte sonstige betriebliche Ergebnis erhöhte sich von einem sonstigen betrieblichen Ertrag von EUR 1,2 Mio. im 1. Quartal 2009 auf EUR 3,3 Mio. im 1. Quartal 2010, was im Wesentlichen durch Wechselkursänderungen zu erklären ist.

Finanzergebnis und Steuern

Das saldierte Finanzergebnis belief sich im 1. Quartal 2009 auf EUR 1,1 Mio. und auf EUR 0,3 Mio. im 1. Quartal 2010. Der Rückgang im Finanzertrag war im Vergleich zum 1. Quartal 2009 auf niedrigere Zinssätze zurückzuführen, wobei dieser Rückgang teilweise durch geringere Finanzaufwendungen wettgemacht wurde. Das Ertragsteuerergebnis betrug im 1. Quartal 2009 EUR 4,4 Mio. und im 1. Quartal 2010 EUR 0,1 Mio.

Cashflow und Liquidität

Intercells Nettomittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 betrug EUR 14,3 Mio., jener in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 EUR 15,5 Mio. Dieser Anstieg liegt in erster Linie sowohl an höheren Aufwendungen für Forschung und Entwicklung als auch an geringeren Umsätzen.

Der Nettomittelzufluss aus der Investitionstätigkeit belief sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 auf EUR 0,6 Mio. und auf EUR 15,8 Mio. in den ersten drei Monaten des Jahres 2010. Ohne Berücksichtigung des Erwerbs und der Veräußerung von Wertpapieren ergab sich ein Nettomittelabfluss von EUR 5,4 Mio. im 1. Quartal 2009 und von EUR 4,2 Mio. im 1. Quartal 2010.

Der Nettomittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit belief sich im 1. Quartal 2009 auf EUR 1,1 Mio. im Vergleich zu einem Nettomittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit im 1. Quartal 2010 von EUR 0,4 Mio. Dieser Nettomittelabfluss war hauptsächlich durch die Rückzahlung von Leasingverpflichtungen zu erklären.

Zum 31. März 2010 verfügte Intercell über EUR 158,2 Mio. an liquiden Mitteln, wovon EUR 81,6 Mio. auf Barguthaben und EUR 76,6 Mio. auf Wertpapiere entfielen.

Finanzkennzahlen

 

in TEUR

1. Quartal
2010

1. Quartal
2009

Geschäftsjahr
2009

Umsatzerlöse

4.756

5.424

61.681

Periodenergebnis

(14.702)

(8.176)

(18.375)

Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit

(15.468)

(14.251)

(25.995)

Barbestand und handelbare Wertpapiere am Ende des Jahres

158.216

172.200

180.019

 

 

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